… wie der Wechsel an der Spitze der Kirche vollzogen worden ist

„Wie ein Blitz aus heiterem Himmel! So wurde die Meldung von vielen empfunden: Papst Benedikt tritt am 28. Februar zurück. Der Papst geht in Pension? Unvorstellbar! (Fast) nie dagewesen! „Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen hin- und hergeworfen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind“, sagt der Papst als Begründung für seinen außergewöhnlichen Schritt. „Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig“, erklärt er weiter. Beide Kräfte haben „in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.“

Mich traf diese Nachricht ebenso unvorbereitet wie fast alle. Ich hatte Papst Benedikt wenige Tage zuvor noch getroffen. Er wirkte zwar körperlich irgendwie gebrechlich, geistig aber völlig frisch und wach. Ich schwanke zwischen Trauer und Verständnis, Bedauern und Bewunderung. Ein mutiger, aber auch ein schmerzlicher Schritt. Eines ist für mich sicher: Er hat diese Entscheidung vor Gott getroffen, auf sein Gewissen gehört und das verdient volle Hochachtung.“
Kardinal Christoph Schönborn

Die Vorbereitung im Kardinalskollegium für die dadurch anstehende Neuwahl war getragen von einer sehr offenen, kritischen Bestandaufnahme und Diskussionen, was nun weiter mit der Kirche geschehen soll, was ihr nottut. So war es überraschend, dass Kardinal Bergolio von Buenos Aires (Argentinien) mit großer Mehrheit zum neuen Papst gewählt wurde und er sich den Namen Franziskus gab. Gleich beim ersten öffentlichen Auftritt bestach er durch einfache Gesten: Er behielt sein schlichtes Brustkreuz, er hatte nur seinen weißen Talar an, er bat die Menge um das Gebet für ihn, er stellte sich als Bischof von Rom vor, er wünschte den Menschen eine gute Nacht!

Die Sondersendung im ORF dazu am 13. März hatte einen Zuschauerrekord zu verzeichnen: 1,789 Millionen Menschen ab 12 Jahren waren dabei, das war eine Reichweite von 59% (- die größte in diesem Jahr)!

Pfarrer Marcel Berger